Bitterer Ausgleich in der Nachspielzeit: Zwei verschenkte Punkte

Das späte 2:2 fühlte sich an wie eine Niederlage. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Hannover – Willkommen in der 96. Spielminute hier bei 96Freunde.de. Hannover 96 vergibt die Möglichkeit, sich in eine entspanntere Situation zu spielen und kommt im „Schacht“ nicht über ein 2:2 hinaus. Aue-Coach Domenico Tedesco zeigt einmal mehr, warum er mein persönlicher Wunschkandidat auf die Nachfolge unseres Ex-Trainers Daniel Stendel war. Flexibilität innerhalb der Spielidee und dem System, als Anhaltspunkt für erfolgreich gestaltete Partien. Aber auch André Breitenreiter stellt sein Anpassungsvermögen unter Beweis. Mehr zum Spiel und was dazu gehört jetzt bei meiner Kurzanalyse. Viel Spaß beim Lesen.

Hannover mit fehlender Mittelfeldbesetzung

Tedesco musste auf Samson verzichten und setzte mit Riese einen gelernten Mittelfeldspieler in die zentrale Innenverteidigung. Das erwies sich als eine gute Lösung, um dem Spielaufbau etwas mehr Qualität und Sicherheit zu verleihen. Aue formatierte sich in einem 5-2-3-Pressing. Die drei Pressingspitzen (Kvesic zentral, Köpke und Nazarov auf den jeweiligen Außenbahnen) störten unsere Innenverteidiger im Aufbau und blockierten den Weg ins Zentrum. Die Außenverteidiger der „Roten“ wurden aufgrund der hoch stehenden Abwehrreihe der Auer enger angebunden. Durch das gut organisierte Anlaufen der Außenbahnspieler (Köpke und Nazarov) wurde der Weg zu ihnen größtenteils zugestellt. Trotz der 4-4-2 Grundordnung (gegen den Ball) und tief stehenden Außenbahnspielern gelang es Hannover, den Sachsen keine lange Ballbesitzphasen zu geben. Beispielsweise durch Harniks in den linken Halbraum Hineinstechen, um Fandrich zu decken.

5-2-1-2 als Zentrumskiller

Beide Sechser der Auer und der sich fallenlassende Kvesic nahmen Anton und Schmiedebach die notwendige Zeit und auch den Raum, um die Offensivreihe einzusetzen. Das Pressing der Sachsen zwang die beiden 96-Sechser zu überhasteten Pässe in die Halbräume. Durch das Herausrücken von Kalig und Riese und das Stören von Fandrich wurde Hannover wieder zum Abbruch des Angriffs genötigt. Aue konnte in der Folge nach Rück- oder Querpässen die Balljagd fortsetzen, Hannover insgesamt sehr gut vom Tor fernhalten und so auch immer wieder ins Angriffspressing umschalten, um die Spielkontrolle auszubauen.

Formationswechsel – Durch Fossum wesentlich verbessert.

Zur Halbzeit wechselte André Breitenreiter Sebastian Maier aus und Iver Fossum ein. In diesem Zuge änderte er die Grundordnung in ein 3-4-3. Fossum spielte als zweiter Sechser neben Schmiedebach. Anton agierte fortan als rechter Halbverteidiger. Die gegnerische Formation wurde so gespiegelt und Hannover spielte sehr mannorientiert in der zweiten Halbzeit. Im Aufbau versuchten es die Hannoveraner über die Breite der Fünferkette, um die erste Pressinglinie Aues zu umspielen. Auffällig war zudem, dass die Sechser der Hausherren keine enge Deckung gegen Fossum und Schmiedebach praktizierten. Vielmehr blieben sie absichernd vor der eigenen Abwehr. Dies wurde den Auern beim 2:1 durch Harnik in der 59. Minute jedoch zum Verhängnis. Florian Hübner gewann den Ball im Duell mit Nazarov. Er spielte den Ball auf Fossum. Dieser konnte sich drehen und das Feld vor sich kurz scannen. Ein präziser Hebelpass hinter Kalig landete bei Füllkrug, der zuvor in den Rücken des Auer Verteidigers gestartet war. Seine direkte Flanke in die Mitte wurde von Harnik verwertet.

Fazit:

Hannover ließ drei sicher geglaubte Punkte im Aufstiegsrennen liegen und fuhr mit nur einem Punkt Richtung Heimat. Domenico Tedesco ist jetzt schon ein qualitativ so hochwertiger Trainer, dass ich mir sicher bin, in Zukunft noch viel von ihm hören zu werden. Dass Aue nicht dominanter aufgetreten ist, lag einzig und allein an dem qualitativen Unterschied seiner Mannschaft im Vergleich zum Gegner. Kleine technische Fehler beim Abspielen oder vermeidbare Stellungsfehler wurden dem FCE zum Verhängnis. Durch den Formationswechsel unseres Trainers konnte sich 96 dem variablen 5-2-3 der Auer zur Wehr setzen und legte sofort das 2:1 durch Harnik nach. Dass die Mannschaft schlussendlich in den letzten 10 Minuten nicht kompakt genug stand und nicht diszipliniert genug war, um die sicheren drei Punkte nach Hause zu fahren, sollte man innerhalb der Trainingswoche dringend aufarbeiten.

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