Videobeweis-Chaos: So macht ihr unseren Sport kaputt

Wir leiden, wir zittern, wir jubeln – Fußball ist für die Fans ohnehin ein Nervenspiel, doch genau dieses Spiel lieben wir! Dabei spielt es keine Rolle, wer welchen Verein unterstützt, in dieser Sache ticken wir Fans alle gleich. Seit geraumer Zeit gibt es jedoch eine negative Entwicklung – und diese ist ausschließlich mit dem Videobeweis zu begründen. Der VAR macht den Sport kaputt, nicht nur für die Anhänger, sondern auch für alle Beteiligten.

Stadionbesuche waren ein großer Teil meiner Kindheit, die Achterbahnfahrten der Gefühle gehörten einfach dazu. Sie machten den besonderen Reiz aus, dieser Reiz ist in den letzten Monaten verloren gegangen. Der Grund ist ganz einfach: Nach einem Tor kann sich niemand sicher sein, ob der Treffer wirklich zählt, ein Foul ist nicht mehr einfach nur ein Foul und Situationen, die man innerlich bereits abgehakt hat, werden Minuten später revidiert.

Der Videobeweis war als Unterstützung für den Schiedsrichter gedacht. Wieso die DFL jedoch nicht aufwacht und endlich bemerkt, dass die Schiedsrichterleistungen stetig schlechter werden, bleibt mir ein Rätsel. Sicherlich wurden die Schiris in der Vergangenheit für zweifelhafte Entscheidungen angeprangert und teilweise wurden Spiele kaputt gepfiffen, nichtsdestotrotz hatten die Schiedsrichter die nötige Entscheidungsfreiheit und eine getroffene Entscheidung stand. Die Autorität war gegeben und jedem war klar, auf wessen Pfiff zu hören ist.

Diese Klarheit ist schon lange nicht mehr gegeben: Wenn wenigstens der Video-Assistent in Köln die gleiche Auslegungsweise von kritischen Situationen wie der Spielleiter auf dem Feld hätte, könnte die Problematik zumindest ein wenig entschärft werden. Dies ist jedoch nicht so! Regelmäßig schaltet sich der Assistent ins Spielgeschehen ein – obwohl es weder Proteste noch strittige Szenen für den Spielleiter gab. Logisch wäre es, wenn der Schiedsrichter den Videobeweis „aufrufen“ kann, sofern er selber nicht weiter weiß. Die momentane Lösung sorgt jedoch nur für Verwirrung, eine komplette Unterbrechung des Spielflusses und hitzige Gemüter. Die Leistung des Schiedsrichters ist prinzipiell Überflüssig, wenn der VAR ihm widerspricht, kann er gleich daheim bleiben.

Außerdem merkt man den Schiedsrichtern die Verwirrung und die Unsicherheit an. Sofern sie zum Fernseher zitiert werden, kann man eigentlich schon davon ausgehen, dass sie ihre erste Entscheidung zurücknehmen und, zum Leidwesen aller, auf den VAR hören. Wie oft hört man von den Schiedsrichtern nach dem Spielende, „den Pfiff hätte man auch anders geben können“ und das trotz des Videobeweises. Eigentlich sollte er dies doch verhindern, gefühlt wird dieses „Geschwafel“ nach dem Spielende jedoch immer mehr. Der Videobeweis hat auf allen Ebenen versagt, trotzdem kann man sich darauf einstellen, dass man ihn so schnell nicht wieder loswird.

 

Sie sind allesamt maßlos überfordert – und der VAR unterstützt die negative Entwicklung

Auch Hannover hat in der noch jungen Spielzeit mehrmals mit dem Videobeweis Pech gehabt. Nach dem nicht gegebenen Handelfmeter gegen RB Leipzig gab es bei der heutigen Niederlage gegen Nürnberg (0:2) eine absolut unnötige Rote Karte gegen Miiko Albornoz. Mein Kollege Dennis Draber fasst die Situation treffend zusammen:

Warum handelt der Kölner Video-Schiedsrichter gegen seinen Auftrag? Er soll schließlich nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen. Die Albornoz-Szene war keine: Schiedsrichter Dankert hatte freie Sicht auf das Geschehen. Trotzdem mischt sich der Kölner Videoschiedsrichter ein. Warum? Aus Unwissenheit? Aus Geltungsdrang? Aus schlichter Dummheit? Dass der Videobeweis ausgerechnet in Deutschland – das wie kein anderes Land Regeln und Vorschriften liebt – nicht funktioniert, ist die bittere Ironie der Geschichte.

 

Die Frage, was die Leute hinter dem Monitor anstellen, ist mehr als berechtigt. Die Entscheidungen sind so gut wie nie nachvollziehbar, 96-Fan Maxi Fiedler bemängelt daher zurecht die Qualität der deutschen Schiedsrichter.

 

… Umstritten ist freundlich ausgedrückt. Es war ne klare Fehlentscheidung und wieder mal ein Beispiel dafür, dass deutsche Schiedsrichter im internationalen Vergleich katastrophal schlecht sind. Der Videobeweis funktioniert überall, nur hier nicht. Die Jungs haben zu zehnt gut gespielt und waren über weite Strecken mehr als ebenbürtig. Am Ende ist es bitter, aber so ist Fußball. Kopf hochnehmen und zuhause den ersten Dreier holen!

 

Auch Trainer André Breitenreiter hat kein Verständnis mehr für den Videobeweis.

… Das war dann aus unserer Sicht keine Rote Karte. Der Nürnberger geht schon vor der Berührung zu Boden. Der Schiedsrichter hat das auch so bewertet. Es stellt sich dann die Frage, warum sich der Video-Assistent einmischt, obwohl es keine klare Fehlentscheidung war.

Ich denke die Meinung, dass der VAR in dieser Form abschaffungsreif ist, teilt jeder. DFL und DFB wollen einfach nicht aufwachen. Fußball ist immer noch ein Sport, der von den Fans lebt Vielleicht würde sich ja mit einer bundesweiten Petition etwas erreichen lassen.

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