Mit maximaler Euphorie fuhr Hannover 96 an den Betzenberg, schoss sogar das tolle und verdiente 0:1 – um am Ende mal wieder aufgrund einer besch…enen Schiedsrichterleistung ohne Punkte dazustehen. Kurz nach Spielende war ich echt stinksauer, denn diese Niederlage wurde erst durch die Fehlentscheidungen des Unparteiischen eingeleitet. Was sich 96 einerseits an Verwarnungen und Strafen einfing, lief auf der anderen Seite oft ungeahndet durch.
Ja, es stimmt: Hannover 96 lässt mit Dusel zu viele Punkte bei direkten Konkurrenten liegen. In diesem Zusammenhang muss aber auch thematisiert werden, wie oft diskussionswürdige Situationen gegen uns ausgelegt werden. Fragwürdige Elfmeter, Karten gegen uns, aber auch fehlende Konsequenz für Vergehen der Gegenseite – leider ist das keine Polemik, sondern Fakt.
So hätte es beim Foul mit offener Sohle von Skyttä gegen Enzo Leopold schon in der Anfangsphase Rot geben müssen. Kurz später durfte der kleine Finne sogar noch mit der Hand im Gesicht von Boris Tomiak herumwischen. Waniss Taibi flog in der zweiten Hälfte für deutlich weniger. Danke, VAR, für nix.
Kollege Max vom YouTube-Kanal „MGTV“ ordnete die Partie bereits vorab als „wohl schwerstes Spiel der Saison“ ein, und Kenner werden ihm da zustimmen. „Kaiserslautern auswärts zum Rückrundenstart“ wird wahrscheinlich nur noch getoppt von „Kaiserslautern auswärts zum Rückrundenstart am Samstagabend“. Ätzend und unangenehm hat dort ein Zuhause gefunden – ein Ort, mit dem selbst gestandene Kicker ihre Probleme haben. Kommt dann noch ein ganz und gar nicht souveräner Schiedsrichter dazu, ist das Chaos perfekt, mit dem die Roten Teufel eine Vielzahl ihrer Heimspiele gerne anzünden.
Hannover 96 fehlt die Galligkeit
Hannover hatte sich in der Winterpause gut verstärkt und ein erfolgreiches Trainingslager absolviert. Schade nur, dass all das nicht für Januarwetter und einen grimmigen Betzenberg reichte. Doch bevor wir wieder anfangen, unser Team zu zerreißen, sollten wir auf die Erkenntnisse schauen, die uns diese Auswärtsfahrt geliefert hat.
Die ersten beiden Gegentore fielen aus Unordnung beziehungsweise schlechter Zuordnung heraus. Beim Ausgleich zieht der Lauterer Verteidiger viel zu unbekümmert die Bahn hoch und darf flanken. Maurice Neubauer wirkt vom ständigen Wechsel zwischen der fußverkehrten rechten Seite und der Rückkehr auf links seit Wochen genervt. Seine Werte besitzen seit seiner Rückkehr aus der Verletzung nicht mehr den Impact der Anfangswochen – und dann passieren eben solche Sachen.
Boris Tomiak hatte nach der Einwechslung von Ivan Prtajin genau eine Aufgabe. Früher hätte unsere Kante den Flugkopfballer wahrscheinlich volley ins Krankenhaus geschickt. Unsere Defensive ist trotz großen Potenzials leider sehr weich geworden. Manche Spiele musst du eben mit der Physis und der Gier beantworten, die dir selbst entgegenknallen.
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Mit etwas mehr Galligkeit angesichts des nahenden Schlusspfiffs hätte wahrscheinlich auch das 2:1 verhindert werden können. Hier stellt sich eine ganz klare Aufgabe für die nächsten Tage: Entweder wir bekommen Maik Nawrocki endlich fit, oder wir holen noch einen spielstarken Kämpfer für die Innenverteidigung.
Und wo wir gerade dabei sind: Auch der rechte Verteidiger beziehungsweise Schienenspieler sollte neu besetzt werden. Bastian Allgeier war solide, aber auch das wird in den nächsten Wochen zu wenig sein.
Womit wir bei der Offensive wären. Elias Saad konnte nach seiner Einwechslung gefallen. Doch leider wurden zu selten Abschlüsse gesucht, stattdessen Chancen kaputtgepasst. Es gab mehrere Situationen, in denen schneller hätte abgeschlossen werden müssen. Den Betzenberg nimmt man in den wenigsten Fällen mit Schönspielerei ein.
Der mediale Druck nimmt zu
Es stand zu befürchten, dass 96 flatterig in die Rückrunde starten würde. Zuhause in der Landeshauptstadt wurde der mediale Druck bereits wieder künstlich in die Höhe getrieben. Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg – es scheint schon im Januar kein anderes Thema zu geben. Das nervt, und man möchte gar nicht wissen, was so etwas in den Köpfen der Spieler alles hemmt.
96 kam an diesem tristen Nachmittag im individuellen Bereich am Ende nicht über ungenügende Statistikwerte hinaus. Allein Enzo Leopold und Nahuel Noll erreichten eine Normalform, die das Team anschob. Noch in der Halbzeit schrieb ich einem Kumpel, dass wir scheinbar noch nicht bei 100 Prozent performen. Der Platz war seifig und der Gegner ruppig – das mögen wir nicht.
Pichler, Allgeier und Weißhaupt kamen als Startelf-Überraschungen nur mühsam ins Spiel. Ghita auf links und Neubauer auf rechts waren erneut auf ihren falschen Seiten unterwegs.
Den einzigen deutlichen Ausschlag nach oben gab es bei Leopolds Powerlauf über den gesamten Platz, der am Ende mit seinem ersten Saisontor gekrönt wurde. Bei Vorarbeit und Abschluss war zu erkennen, was an diesem Sonntag eigentlich möglich gewesen wäre.
Für unnötige, dem 1. FCK helfende Unruhe sorgte Schiedsrichter Jöllenbeck höchstpersönlich. Gemessen an den Verwarnungen und Unterbrechungen gegen unsere Roten hätte es auch bei der Heimmannschaft einige schmerzhafte Pfiffe geben müssen. Allein Norman Bassette konnte von Glück sagen, dass er noch den Pausentee genießen durfte. Spätestens der VAR hätte bei der offenen Sohle gegen Leopolds Schienbein eingreifen müssen. Dass der Finne kurz darauf auch noch ungeahndet mit der Hand an Tomiaks Gesicht war, grenzt mit Blick auf Waniss Taibis spätere Aktion an Wettbewerbsverzerrung.
In der Summe hätte sich die Truppe von Thorsten Lieberknecht – von wem auch sonst – ebenfalls die ein oder andere Karte verdient gehabt. Doch scheinbar sollte mal wieder Fußballromantik am Betzenberg am Leben gehalten werden, auch wenn es die Roten Teufel spielerisch nicht draufhatten.
So sehr sich diese Niederlage wie ein Stollentritt auf dem eisigen Fuß anfühlt, sollten wir uns nicht entmutigen lassen. Am Samstag kommt Düsseldorf zu uns nach Hause – und mit ihr eine ganz andere Fußballkultur, die uns besser liegen sollte.
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Deshalb zum Schluss ein passendes Fazit, das wir im Netz gefunden haben:
„Aber trotz berechtigter Kritik und vereinzelter Untergangsstimmung: Das Stadion steht immer noch am Maschsee, und die Kurve steht am Samstag hinter der Mannschaft.“
Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!
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Ich würde die Niederlage nicht an dem Schiedsrichter festmachen. Das war gesamtes Versagen der Hintermannschaft.
Keine Zuordnung, keine Abstimmung