Es ist gerade nicht ganz so einfach, Fan von Hannover 96 zu sein. Denn das, was da am Samstag in Magdeburg abgeliefert wurde, war schon harter Tobak. Eine völlig verdiente Niederlage – so kann es definitiv nicht weitergehen. Die gute Botschaft: So wird es auch nicht weitergehen, denn ich glaube schon, dass Wagner seinen Worten Taten folgen lässt und rigoros durchgreifen wird.
Unser Trainer sprach von notwendigen Erkenntnissen, die er sammeln konnte. Die Eindrücke aus einem Pflichtspiel sind natürlich noch einmal komplett andere als im Training. Deswegen hinkt der Vergleich, der von vielen Fans gezogen wird.
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Erkenntnis Nummer eins: Der Spielaufbau aus dem eigenen Drittel
Meine erste Erkenntnis ist, dass der Kader nicht dafür gemacht ist, sich mit kurzen, kleinteiligen Kombinationen aus dem eigenen letzten Drittel herauszuspielen. In dieser Spielzeit gab es bereits einige Situationen, in denen sich Hannover 96 durch teils unnötige Kombinationen selbst unter Druck gesetzt hat. Es war nur eine Frage der Zeit, bis man sich damit selbst ein Ei ins Nest legt – jetzt ist es passiert.
Erkenntnis Nummer zwei: Das 4-3-3 im eigenen Ballbesitz
Die taktische Umstellung auf ein 4-3-3 im eigenen Ballbesitz hat mir sehr gut gefallen, allerdings nur im Ansatz. Das defensive Mittelfeld muss in diesem Modell schließlich auch dann das Zentrum absichern, wenn die Außenverteidiger zwangsläufig weit aufgerückt sind. Und ich persönlich sehe Roggow für diese Aufgabe leider nicht als geeignet an. Gleiches gilt aus meiner Sicht für Neubauer, der nicht das notwendige Tempo in das Umschaltspiel bringen kann. Das wirkt auf mich persönlich zu statisch.
Erkenntnis Nummer drei: Das Spielermaterial
Das geht natürlich ineinander über, aber ich frage mich, warum manche Spieler, die andere Qualitäten auf den Platz bringen könnten, nicht zum Zug kommen. Ich denke dabei an Matsuda für den rechten Flügel, der ja eigentlich sehr gut zu dem angesprochenen Umschaltspiel passen dürfte, sowie an Ime Okon oder Taycan Etcibasi.
Denn da sind wir uns ja wohl alle einig: Pichler und Källman stecken in einem viel zu tiefen Loch. Vielleicht sollte man auch noch einmal intensiver über Teuchert nachdenken. Immerhin ist er ja schon in Hannover und dürfte heiß sein. Gerade in der Offensive muss Hannover 96 jetzt experimentieren. Schlechter kann es ja kaum werden.
Sandro Wagner muss für all diese Entwicklungen und Umstellungen die nötige Zeit eingeräumt werden. Das gilt nicht nur für die Verantwortlichen, sondern vor allem auch für uns Fans. Wir sollten von unserem hohen Ross herunterkommen und einsehen, dass es eine Saison der Restrukturierung wird.
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