Wunder-Weydandt trifft, aber Tor reicht Hannover 96 nicht zum Sieg in Bremen

Hendrik Weydandt hatte beim Spiel gegen Mainz 05 die richtige Einstellung: Er agierte umsichtig, mit klugem Positionsspiel und war mental hellwach. Foto: Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Stürmer Hendrik Weydandt trifft bei seinem Bundesliga-Debüt für Hannover 96 zum 0:1 in Bremen. Am Ende reicht es für 96 nur zu einem 1:1-Unentschieden.

Weydandt-Märchen geht weiter

Bei Hannover 96 reiben sich alle verwundert die Augen, Hendrik Weydandt trifft gleich bei seinem Bundesligadebüt. Der Stürmer ging in der letzten Saison noch in der Regionalliga Nord auf Torejagd und wurde eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtet. Doch der 23-Jährige, dem von 96Freunde-Chefredaktuer Tobias Krause zehn Tore in 30 Bundesligaspielen zugetraut werden, ist einfach viel zu stark für die vierte Liga und eine echte Bereicherung für die Profis.

Nach dem Schlusspfiff wird Weydandt von den 96-Fans gefeiert. Video: Instagram.com/runnertobi

Dämpfer für Werders-Europa-Mission

Für den Beginn der Mission Europa von Werder Bremen, war es ein Stimmungs-Dämpfer. Die ambitionierte Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt rettete sich dank eines späten Treffers von Theodor Gebre Selassie (85.) aber immerhin einen Punkt, zuvor hatte Hendrik Weydandt (77.) 96 nicht unverdient in Führung gebracht. Werder verlor zudem früh Kapitän Max Kruse, der angeschlagen ausgewechselt werden musste.

Werder bekam damit zu spüren, wie steinig der Weg zurück in den angestrebten Europa-Pokal werden könnte. „Wir wollen nach Europa. Das ist ambitioniert, aber nicht komplett unrealistisch“, hatte Bremens Sportchef Frank Baumann als Ziel ausgegeben. Doch die Bremer wurden diesem Anspruch gegen Hannover nur phasenweise gerecht.

Für Kohfeldt dürfte es nach dem Remis auch kein Trost sein, dass er im Weser-Stadion seit seinem Amtsantritt weiter noch kein Bundesliga-Spiel verloren hat (sechs Siege, sieben Remis). Ihm fehlt damit nur noch eine Partie, um Bremens Trainerlegende schlechthin, Otto Rehhagel, einzuholen: Der ehemalige Meistercoach blieb in seinen ersten 14 Werder-Heimspielen (neun Siege, fünf Unentschieden) unbesiegt.

Vor 42.100 Zuschauern vertrauten sowohl Kohfeldt als auch Breitenreiter ihren Mannschaften, die deutliche Siege in der ersten Runde des DFB-Pokals geholt hatten. Und beide Teams waren durchaus bemüht, von Beginn an nach vorne zu spielen. Aber es dauerte bis zur 16. Minute, bis Milos Veljkovic nach einer Standardsituation die erste richtig gute Möglichkeit hatte. Doch Werders Innenverteidiger köpfte den Ball knapp neben das Tor.

Danach erhöhte Bremen noch einmal den Druck und drängte die 96er zunehmend in die Defensive. Nach Ballgewinnen schaltete die Breitenreiter-Elf aber stets schnell um und suchte den Abschluss, wie etwa durch Ihlas Bebou – dessen Schuss parierte Jiri Pavlenka allerdings ohne größere Probleme (28.).

Danach verflachte die Partie immer mehr, zudem leisteten sich beide Abwehrreihen keine Wackler. Richtig gefährlich wurde es erst wieder kurz nach der Halbzeit, als Bremens Ludwig Augustinsson einen Volley-Schuss aus 13 Metern knapp neben das Tor setzte. Auf der anderen Seite hatte 96-Kapitän Waldemar Anton ebenfalls kein Glück, nachdem er im Gestocher nach einer Ecke an den Ball gekommen war (62.).

Werder spielte weiter auf Sieg, brachte in der 67. Minute unter dem Jubel der Fans sogar Altmeister Claudio Pizarro für die Sturmspitze – und der Peruaner sorgte auch gleich für Gefahr. Die Gäste wiederum lauerten auf Konter und stachen durch Weydandt zu.

Werder hatte seine Besten in Philipp Bargfrede und Niklas Moisander, bei Hannover überzeugten Walace und Anton.

 

(mit SID)

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