Was wird aus dem roten Brasilianer?

Bleibt er oder geht er? Im Lager von Hannover 96 bahnt sich die nächste Aufregung an. Die 96-Anhänger können ein Lied von schwierigen Personalsituationen singen, nicht zuletzt das Theater um Manager Gerhard Zuber dürfte allgegenwärtig sein. Die positive Nachricht zuerst: Boss Martin Kind beendete am heutigen Mittwoch die Spekulationen rund um Shootingstar Linton Maina. „Das Thema ist vom Tisch“, so der 76-jährige.

Nichtsdestotrotz gibt es einen weiteren altgestandenen Akteure, welcher den Verantwortlichen derzeit Kopfschmerzen bereitet. Die Rede ist vom roten Brasilianer Felipe. Der Innenverteidiger hat unter Kenan Kocak keine Perspektive mehr, im Gegensatz zu Edgar Prib (wird den Verein höchstwahrscheinlich verlassen) , wird sich der 33-Jährige nicht mit seiner Degradierung zufriedengeben…

Die Ausgangslage für Felipe ist denkbar ungünstig. Hannover 96 will ihn definitiv abgeben, aufgrund seines fortgeschrittenen Fußballalters und den mäßigen Leistungen in der letzten Spielzeit stehen die Interessenten jedoch nicht Schlange. Spätestens seit der Abreise ins Trainingslager ist die Degradierung beschlossene Sache, Felipe durfte das Team wie angekündigt nicht mit nach Österreich begleiten. Seine Zukunft ist ungewiss, derzeit absolviert er in der Landeshauptstadt Einzel-Einheiten. Die Trennung scheint unausweichlich.

Theoretisch könnte sich Felipe, der noch einen Vertrag bis 2021 besitzt, in das Profitraining zurückklagen, Spielpraxis bekommt ihr hierdurch jedoch nicht. Sofern dem Spieler etwas an seiner Karriere liegt und er noch nicht an einen frühzeitigen Rücktritt denkt, sollte ein Vereinswechsel auch in seinem Interesse liegen. Einhergehend hiermit dürfte ein Gehaltsverzicht sein.

Unter Kocak hat Felipe keine Chance mehr – ein Wechsel ist zum Aufrechterhalten seiner Karriere unausweichlich

Doch wo könnte der Abwehrspieler unterkommen? Die Aussichten auf eine weitere Spielzeit in den beiden obersten deutschen Spielklassen sind schwindend gering.

Ein potentieller Wechsel ist daher auch eine Charakterfrage, der Akteur muss zu einem persönlichen Rückschritt bereit sein. Seine Zahlen der letzten Saison sind alles andere als berauschend. Insgesamt stand Felipe in nur zehn Spielen auf dem Feld (727 Spielminuten), unter dem Strich stehen eine Vorlage und vier gelbe Karten. In den letzten sechs Partien nach der Corona-Pause schaffte er es nicht einmal mehr in den Kader. Seine defensive Zweikampfquote lag in der zurückliegenden Spielzeit bei lediglich 52,5 Prozent und er verlor durchschnittlich fünf Bälle pro Partie in der eigenen Hälfte. Auch seine riskanten Rückpässe und die durch ihn verursachte Gegentorgefahr ist präsent. Insgesamt stand der Brasilianer in acht Jahren lediglich 72-Mal für die Roten auf dem Platz. Hierbei sammelte der oftmals zu forsch agierende Akteur 18-Mal die gelbe Karte und zweimal die Ampelkarte.

Immer wieder wurde er von schweren Verletzungen zurückgeworfen: unter anderem mehrfache Muskelfaserrisse, ein langwieriger Sehnenriss, etliche muskuläre Probleme, zwei Hüftverletzungen forderten insgesamt 156 Fehltage im Dress von Hannover 96. Jegliche Statistiken lassen auch mögliche Abnehmer zögern, die Gerüchteküche schweigt.

Im Zweifelsfall sitzt Felipe seinen Vertrag aus, schon aufgrund seiner langjährigen 96-Zugehörigkeit wünscht man ihm einen solch negativen Karriereausklang jedoch nicht.

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