Plötzlich ist die Tür zu

Vielen hatten sich auf einen spannenden internen Kampf um die Torwart-Position bei Hannover 96 gefreut. Mit Michael Esser, Martin Hansen, Marlon Sündermann, Ron-Robert Zieler und Leo Weinkauf hätte man fünf Goalis im Kader gehabt, mindestens drei von ihnen hätten Anspruch auf den Startplatz zwischen den Pfosten gehabt. Doch aus diesem Kampf wird nun nichts, Martin Kind hat einem solchen mit ein paar einfachen Worten eine Absage erteilt…

Besonders schwer haben es die Eigengewächse bzw. die Profis, die bei 96 den finalen Schritt gegangen sind. Nach seinem Profidebüt wurde Marlon Sündermann vor die Tür gesetzt, ihm wurde kein neuer Vertrag angeboten. Wo die Reise für den 23-Jährigen hingeht ist noch offen, über die Rolle des Ersatzkeepers wäre er aber wohl ohnehin nicht hinausgekommen. Deutlich bedauernswerter ist die Geschichte um Leo Weinkauf. Der gebürtige Oldenburger kam im Sommer 2018 an die Leine, als absoluter Hoffnungsträger. In seiner ersten Spielzeit (18/19) wurde er ausschließlich bei der zweiten Mannschaft eingesetzt (28 Spiele, 8-Mal zu Null), hinterließ hier einen durchaus positiven Eindruck.

Für den finalen Feinschliff zogen Spieler und Vorstand ein Leihgeschäft in Betracht, der MSV Duisburg zeigte großes Interesse und sicherte sich den zweijährigen Zuschlag. Bei den Zebras stieg Weinkauf direkt zum Stammkeeper auf, in der Saison 19/20 war er einer der Erfolgsgaranten. In 28 Ligaspielen hielt er siebenmal die Null und hätte dem MSV beinahe den Aufstieg in die zweite Liga beschert. Am Ende scheiterte der Drittligist nur knapp. Zu diesem Zeitpunkt wuchs in Hannover die Hoffnung ob eines gestärkten Rückkehrers und man ärgerte sich, dass man einer zweijährigen Transaktion zugestimmt hatte.

Von seinem Leihgeschäft nach Duisburg hat sich Weinkauf eine Zukunft bei 96 erhofft

In der zurückliegenden Saison hatte es der inzwischen 24-Jährige deutlich schwerer. Er durfte zwar nach wie vor in allen 38 Ligaspielen ran, kassierte aber 19 Gegentore mehr (67) als in der Vorsaison. Am Ende landete er mit seinem Team auf dem 15. Tabellenplatz. Die durchwachsene Spielzeit wollte er mit seiner Rückkehr zu 96 hinter sich lassen, ein attraktiver Dreikampf mit Zieler und Esser hätte auf dem Plan stehen können. Doch diese Rechnung wurde nicht mit Martin Kind gemacht.

„Wir haben ihm empfohlen, dass er sich einen anderen Verein sucht“, Martin Kind

Mit diesem Satz hat Martin Kind die Tür dezent zugeknallt. Die Motivation seitens Weinkaufs, sich noch einmal bei den Landeshauptstädtern zu beweisen, um eventuell doch noch zum Zug zu kommen, dürfte nun schwindend gering sein. Die Nachricht kam für viele überraschend, die Begründung ist der große Konkurrenzkampf auf dieser Position.

Von diesem Konkurrenzkampf ist aktuell nicht viel zu sehen, denn auch Ron-Robert Zieler soll keine Zukunft im roten Dress haben. Sein Leihgeschäft zum 1. FC Köln entstand aus einem Zwist heraus – und auch nach seiner Rückkehr aus der Domstadt wird er nicht an Michael Esser vorbeikommen. Hiermit wird sich der ehemalige Weltmeister nicht zufriedengeben, der Konflikt könnte also von vorne anfangen. Beim 1. FC Köln schmorte der 32-Jährige ebenfalls nur auf der Bank, Eigenwerbung konnte er daher nicht betreiben. Michael Esser hingegen hat eine weitere gute Saison gespielt, die Karten dürften hier klar verteilt sein.

Es ist nicht vorstellbar, dass sich RRZ mit der Position hinter Esser zufriedengibt

Es ist wahrscheinlich, dass Zieler vorerst zu Hannover 96 zurückkehrt. Von langer Dauer dürfte diese Rückkehr aber nicht sein. Bei Köln hat er zumindest keine Zukunft, denn vor wenigen Tagen verpflichtete man mit Marvin Schwäbe bereits einen Ersatz für Zieler. Seine Zukunft ist daher offen.

Vom eigentliche Konkurrenzkampf ist daher nichts mehr zu sehen. Sündermann und Weinkauf werden nicht gebraucht, Zieler wird sich mit der Position hinter Esser nicht zufriedengeben. Das bedeutet, aus fünf macht zwei. Michael Ratajczak hat seine Schuhe an den Nagel gehängt und wird höchstwahrscheinlich die Rolle des Torwarttrainers übernehmen – noch eine Option weniger. Mit zwei Schlussmännern in die neue Saison zu gehen ist Harakiri, man stelle sich nur eine schwerwiegende Verletzung vor… Optional würde Thomas Kuballa (zweite Mannschaft) zur Verfügung stehen, doch diese Aufgabe kommt für ihn definitiv zu früh. Wird sich 96 wirklich noch nach einem neuen Keeper auf dem Markt umschauen?  Dieses Szenario wäre an Überflüssigkeit nicht zu überbieten.

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1 Kommentar

  1. "Michael Esser hingegen hat eine weitere gute Saison gespielt" – die habe ich nicht gesehen. Für mein Empfinden hat er sich nicht wirklich für eine weitere Saison als Stammkeeper empfohlen und ist seit Längerem und aktuell auch eher ein Platzhalter. Ich würde daher mit Weinkauf und Hansen als Fokus in die neue Saison gehen. 

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