„Kack-Thema“: Das war die Botschaft der Mannschaft an die Boykott-Fans

Niclas Füllkrug war gegen Leverkusen erneut Torschütze, danach zeigte er sich genervt.

Das Spektakel war erst wenige Minuten beendet, da ging es schon wieder um das ewige Thema. Natürlich hätten sich Spieler und Verantwortliche von Hannover 96 gern weiter mit dem verrückten 4:4 gegen Bayer Leverkusen beschäftigt und darüber gesprochen. Aber der sogenannte Stimmungsboykott war allgegenwärtig.

So kennt man das in der Bundesliga nach dem letzten Heimspiel vor Weihnachten: Die Mannschaft des Gastgebers rollt ein Plakat aus, wünscht den Zuschauern frohe Weihnachten und bedankt sich für die Unterstützung im ablaufenden Kalenderjahr. Auch die Spieler von Hannover 96 agierten nach Abpfiff der Leverkusen-Partie so, hielten nach ihrem obligatorischen Besprechungskreis einen großen Banner mit der Aufschrift „Vielen Dank für eure Unterstützung“ auf ihrer Ehrenrunde hoch.

Osttribüne, Südtribüne, Westtribüne – alle bekamen diesen Schriftzug zum Lesen. Darunter hielten die Profis aber noch ein zweites Plakat, das sie erst vor der Nordkurve zum Vorschein brachten. „Wir brauchen euch. Das ganze Stadion“ lautete die unmissverständliche Botschaft. „Ganze“ in roten Buchstaben. Das Problem: Die Personen im Oberrang, die es vorwiegend betrifft, waren zu diesem Zeitpunkt bereits nach Hause gegangen. Irgendwie werden sie den Weihnachtswunsch der Spieler aber schon noch mitbekommen haben.

Stürmer Niclas Füllkrug sprach nach der Partie von einem „Kack-Thema“. Manager Horst Heldt äußerte den Wunsch für das neue Jahr, „die Situation hinzubekommen und Ideen zu entwickeln, um mit den Fans gemeinsam zueinanderzufinden“.

Angefangen hat alles vor wenigen Monaten. Im August beschloss die aktive Fanzene als Reaktion auf die bei Hannover 96 geplante Abschaffung der 50+1-Regel, einen Stimmungsboykott umzusetzen und die eigene Mannschaft fortan nicht mehr lautstark zu unterstützen – sondern nur durch ihre reine Anwesenheit. Beim 1:0-Auswärtssieg zum Saisonauftakt in Mainz schien Torschütze Martin Harnik die Fans noch bei seinem Jubellauf in die Kurve mitreißen zu können. Doch schon eine Woche später bei der Heimspielpremiere des Aufsteigers, auch gegen Schalke gab es einen 1:0-Erfolg, schwiegen die Fans im Oberrang der Nordkurve und beteiligten sich nicht an der Anfeuerung des 96-Teams.

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