Jungs, ihr seid Helden – Eine Analyse des Derbysiegs von Hannover 96

Hatte mit 92 die meisten Ballaktionen aller Spieler im Derby: Miiko Albornoz. Foto: Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Hallo und ein lautes „Derbysieger, Derbysieger, Hey! Hey!“ an euch. Herzlich willkommen bei der 96. Spielminute hier bei 96Freunde.de. Hannover 96 bezwingt Eintracht Braunschweig im Niedersachsenderby mit 1:0 und schlägt  somit auch den nächsten Konkurrenten im Rennen um den Aufstieg. Mit ein wenig Abstand zum Spiel ist nun meine Kurzanalyse rund ums Derby fertig. Viel Spaß beim Lesen.

Taktische Umstellungen

Beide Trainer bastelten an ihrer Elf, gingen dabei aber unterschiedliche Wege. Der Trainer der Gäste schickte seine Mannschaft mit einer komplett neuen Grundformation in die Partie. 96-Coach André Breitenreiter ließ Felix Klaus auf der Bank und brachte dafür Waldemar Anton, der stabilisierende Aufgaben übernehmen sollte. Wie man nach wenigen Minuten klar feststellen konnte, stieß Marvin Bakalorz mehr und mehr in die Spitze. Er sollte aggressiv den zweiten Ball attackieren und seine Robustheit im Zentrum einsetzen. Auch Martin Harnik spielte eine veränderte Rolle. Er bekleidete eine zurückfallend, rechtsorientierte Halbstürmerrolle. Das lag ihm besser als seine Rolle als zweite Spitze in den Partien davor. Unser Coach schien sich früher als in den bisherigen Matches für das 4-2-3-1 entschieden zu haben.

Sensibles Pressing der Braunschweiger

Während sich die Gäste im Hinspiel noch an einem interessanten, zentrumslastigen Trichterpressing mit Mannorientierung dahinter versuchten, legte man dieses Mal auf andere Dinge wert. Die beiden Angreifer sollten in dieser Partie maßgeblich die Innenverteidiger Sane und Hübner im Aufbau blockieren. Der abkippende Sechser, was in den meisten Fällen Manuel Schmiedebach war, wurde grundlegend nicht allzu sehr unter Beschuss genommen. Der Weg ins Zentrum wurde ihm durch Zehner Biada versperrt, der sich nur in Vorstößen versuchte, wenn Hannover den Ball innerhalb der Dreiherreihe hin und her schob, oder den Ball zurück zum Torwart spielte. Ansonsten versuchte er sich in Kontrolle des Rückraums. Durch die tiefere Staffelung der drei Braunschweiger Zentrumsspieler, war der Passweg zu möglichen Anspielstationen im Zentrum versperrt. In den meisten Fällen wurde das Spiel dann über unseren Linksverteidiger Miiko Albornoz geleitet, der ein beeindruckend starkes Spiel machte.

Grafische Belege des starken Auftritts der „Roten“

Pass- und Positionsspiel

Die wichtige Rolle, die Miiko Albornoz im Spiel trug, wird bei dieser Grafik noch einmal deutlich. Von Albornoz gingen die meisten Pässe in die Spitze aus, die meistens Edgar Prib auf die freistehenden Mitspieler weiterleitete. Auch die Rolle von Marvin Bakalorz wird hierbei gut veranschaulicht.

Grafik mit freundlicher Genehmigung von @11tegen11

 

Erspielte Torraumszenen

Grafik mit freundlicher Genehmigung von @11tegen11

Insgesamt kam Hannover 96 zu 16 herausgespielten Chancen, während Braunschweig zu insgesamt 12 Chancen kam. Hierbei sollte man generell aber unterscheiden. Denn Chance ist nicht gleich Chance. Die Gäste kamen zu nur fünf Chancen innerhalb des gegnerischen Sechzehners, während unsere Roten auf 12 Torraumszenen insgesamt kamen.

Zu erwartende Tore

Egal, mit wem man sich im Nachhinein über das Spiel unterhielt. Fast alle sagten, das Hannover näher am 2:0 als Braunschweig am 1:1 dran war. Die von dem Twitteraccount @11tegen11 erstellte Grafik belegt eben genau diese Behauptung. Berechnet werden  hierbei die Anzahl der Chancen im Spiel anhand von allen erfassten Torschüssen. Angezeigt wird auch, zu welchem Zeitpunkt des Spiels die Intensität besonders hoch war. Ein weiters Indiz dafür, dass die Roten nach dem Tor durch Niclas Füllkrug sofort einen Gang zulegten, zeigt auch die Leistungskurve und deren Anstieg.

Grafik mit freundlicher Genehmigung von @11tegen11

Fazit

Alles in allem kann man sagen, dass Hannover 96 dieses wichtige Spiel vollkommen verdient gewonnen hat. Jeder der Spieler gab sein Bestmögliches, um dieses Spiel zu gewinnen. Miiko Albornoz und Oliver Sorg machten beide ein enorm gutes Spiel und rissen die Zuschauer bei jedem gewonnenen Zweikampf und jedem herausgeholten Einwurf von den Sitzen. Marvin Bakalorz war kein Weg zu weit. Manuel Schmiedebach warf sich an alles, was sich bewegte. Waldemar Anton entschied insbesondere in den letzten 15 Minuten unheimlich wichtige Zweikämpfe für sich und seine Farben. Niclas Füllkrug ackerte, rannte und kämpfte sich zum Derbyhelden. Der Wille und die Bereitschaft über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen, machen in Spielen wie diesen die Unterschied aus. Vielen Dank dafür.

 

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