Heldt in Richtung Fans: „Ja, wir haben Fehler gemacht“

96-Manager Horst Heldt schlägt im Doppelpass versöhnliche Töne an. Foto: Selim Sudheimer/Bongarts/Getty Images.

Hannover – 96-Manager Horst Heldt gibt am Sonntag Fehler im Umgang mit den Fans zu. Er arbeitet für eine bessere Kommunikation und will unbedingt in den Dialog mit den Fans kommen.

Horst Heldt will auf die schweigenden Fans zugehen. Foto: PIXATHLON/PIXATHLON/SID/

Zu wenig Austausch

Seit Saisonbeginn befindet sich die aktive 96-Fanszene in einem Stimmungsboykott. Horst Heldt möchte die Situation zwischen Klub und Kurve verbessern und bezog am Sonntag im Doppelpass Stellung: „Der Austausch mit den Fans ist in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen. Das müssen wir uns ankreiden und versuchen das zu verändern“, fand Heldt deutliche Worte. „Die Fans sind ein großes Gut und wir müssen, unabhängig von der Entscheidung der DFL in Bezug auf 50+1 in Hannover, auf sie zugehen“, fuhr der Manager fort.

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Kind hat Übernahme verdient

Dabei machte er aber kein Geheimnis daraus, wie die DFL in seinen Augen entscheiden sollte: „Ich hoffe, die Ausnahmegenehmigung kommt. Martin Kind hat das auch verdient. Er hat den Verein 20 Jahre lang begleitet. Das ist eine verdammt lange Zeit.“ Deswegen braucht aus seiner Sicht auch niemand Angst vor einer feindlichen Übernahme haben: „96 bleibt ein Traditionsverein mit all seinen Facetten“, stellte der 48-Jährige klar.

Einzige Chance für 50+1?

Sein Klubchef hätte die Übernahme aus Sicht des Sportdirektors nicht nur verdient, sondern das könnte auch die letzte Chance sein, 50+1 im deutschen Fußball überhaupt zu erhalten. „Wenn Martin Kind die Ausnahmegenehmigung nicht erhält, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit gegen die Entscheidung klagen. Bekäme er Recht, würde die Regel für alle Vereine fallen“, mahnte Heldt. Und Verhältnisse wie zum Beispiel im amerikanischen Profisport will der 96-Manager auf keinen Fall: „Ich möchte kein Eventpublikum!“

Support ist freiwillig

Und dennoch zeigte der Manager Verständnis für die schweigenden Fans: „Es ist zu akzeptieren und auch legitim, anderer Meinung zu sein. Teile der Fans sind anderer Meinung und unterstützen uns deswegen nicht. Das ist auch in Ordnung. Sie sind keine Animateure und bekommen kein Geld dafür. Der Support ist freiwillig. Und es ist ihr gutes Recht, es nicht zu machen.“ Jetzt käme es darauf an, nicht die Augen davor zu verschließen: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Das haben wir in der Vergangenheit nicht gut gemacht. Das müssen wir und wollen wir auch besser machen. Wir müssen uns mit den Sorgen und Nöten der Fans beschäftigen. Wir müssen zuhören“

„Es geht um 96“

Der Sportdirektor hatte in der Vergangenheit gefordert, sich mehr um die Anbelange kümmern zu können. Er weiß auch genau, worauf es jetzt ankommt: „Wir wollen den Dialog. Wir hoffen, dass es zu einem Dialog kommt. Dabei geht es darum, Meinungen auszutauschen und Vertrauen aufzubauen. Das Wichtigste ist, dass man verlässlich ist. Da sind in der Vergangenheit Brücken eingestürzt. Jetzt müssen die Gräben zugeschüttet werden.“ Heldt appelliert dabei auch an das gemeinsame Ziel: „Ich hoffe, dass ich das hinbekomme, denn am Ende geht es um Hannover 96.“

Mannschaft zerreißt sich

Denn unter der jetzigen Situation leiden die Spieler. „Die Mannschaft hat den support verdient. Die Spieler identifizieren sich alle mit 96. Es ist erkennbar, dass sich die Mannschaft für den Verein zerreißt. Sie haben sich ganz der Sache verschrieben. Das ist schade“, bedauert Heldt das Schweigen der Fans. Es darf gespannt darauf gewartet werden, was am Ende des Dialogs erreicht werden kann.

 

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