Harnik vorbildlich, aber Sarenren im Pech! Auf wen Hannover 96 im Aufstiegskampf zählen kann – und auf wen nicht

Martin Harnik. Sielski/Getty

Wahnsinn! Martin Harnik ist in Form – und wie. Für Österreich traf er beim 2:0 gegen Moldawien in der 90. Minute. Was aber noch besser ist: Er ließ sich erst in der 82. Minute einwechseln.

Obwohl er wohl von Anfang an ran gedurft hätte, hatte er das Gespräch mit Österreichs Trainer Koller gesucht – Harnik wollte nicht die volle Spielzeit spielen. Begründung: Er will unbedingt fit und spritzig für den Aufstiegskampf mit Hannover 96 sein.

Martin Harnik fällt bei Hannover 96 als Vorbild auf, was den unbedingten Willen zum Aufstieg angeht.

Auch in der schwierigen Phase der Unruhe bei Hannover 96 (erst Managerwechsel, dann Trainerwechsel) versteckte sich Harnik nicht, sondern fiel mit selbstkritischen Äußerungen auf: „Da könnte uns auch Guardiola trainieren“, sagte er, als er vor der Entlassung von Daniel Stendel zur Trainerdiskussion angesprochen wurde:

Ein klares Statement, dass es eher die Schuld der Mannschaft war, dass die Leistungen nicht wie gewünscht zustande kamen – und eben nicht des Trainers.

Harnik bemängelte zudem, dass ihm Typen mit – Zitat – „Arsch in der Hose“ bei Hannover 96 fehlen: Eine klare Äußerung gegenüber einigen Spielern, die wiederholt mit Alibipässen statt mit mutigen Offensiv-Aktionen in Erscheinung getreten sind.

Auch Salif Sané, einst noch „Enfant terrible“, fällt mittlerweile mit mannschaftsdienlichen Aktionen auf:

Für die wichtige Winter-Vorbereitung sagte Sané auf eigene Initiative hin den Afrika-Cup ab – immerhin  ein prestigeträchtiges Turnier, vergleichbar mit der Europameisterschaft. Weniger vorbildlich trat Sarenren Bazee auf: Obwohl er bereits am Knie leicht verletzt war, reiste er zur Nationalelf Nigerias. Hannover 96 konnte kein Veto dagegen einlegen, denn die Trainer der Nationalmannschaften dürfen auch auf verletzte Spieler zurückgreifen. Das Beispiel von Sanés Absage beim Afrika-Cup zeigt jedoch, dass Spieler im persönlichen Gespräch mit Nationaltrainern Einfluss nehmen können, wo ihre persönliche Priorität liegt – beim Verein oder bei der Nationalmannschaft. Die Entscheidung von Sarenren für die Nationalmannschaft sollte man zwar nicht hart verurteilen, denn natürlich ist eine Berufung in die Nationalmannschaft immer etwas besonderes: Nichtsdestotrotz verstrich so wichtige Zeit zur Behandlung seiner Kniereizung. Somit fällt Sarenren Bazee im wichtigen Heimspiel gegen Union Berlin verletzt aus.

Horst Heldt sagte zu Sarenren Bazee: „Wir sind nicht glücklich, wie es gelaufen ist.“

Heldt meinte, dass es unterm Strich sinnvoller gewesen, dass Sarenren zur Pflege in Hannover geblieben wäre.

Immerhin steht mit Harnik also ein treffsicherer und fitter Stürmer morgen zur Verfügung. Und auch auf Niclas Füllkrug, der sich mit einem Treffer gegen Schalke 04 nötiges Selbstvertrauen holte („Zuhause können wir jeden Gegner schlagen“) wird Hannover morgen bauen können.

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