Füllkrugs leise Kritik an der 96-Abwehr

Füllkrug fordert mehr Cleverness von der 96-Defensive

Kapitän Waldemar Anton kämpfte mit seinem Team verbissen gegen die Leipziger - fast wäre der Kampf in der hektischen Schlussphase belohnt worden. Foto: Getty Images

Einladungen an den Gegner und fehlende Cleverness: Niclas Füllkrug war nach dem Spiel mit der 96-Abwehrarbeit nicht zufrieden. Hätte Hannover 96 sich hinten klüger angestellt, wären die kämpferischen „Roten“ mit einem verdienten Punkt nach Hause gefahren. 

Keine Frage, insgesamt war das ein sehenswerter Auftritt von Hannover 96. Kämpferisch bis zur letzten Minute, bissig in den Zweikämpfen, Adrenalin bis in die Haarspitzen. André Breitenreiter hatte das 96-Team sehr gut eingestellt, der Kampfgeist der Spieler war hervorragend, jeder Spieler gab alles für den Erfolg der Mannschaft.

Einige unnötige Fehler im Aufbau- und Stellungsspiel

Umso bitterer ist die Feststellung, dass das kämpferisch überragende 96-Team diese Partie gar nicht hätte verlieren müssen, wenn die Abwehr sattelfester gewesen wäre.

Vor dem 0:1 fälscht Oliver Sorg den Ball unglücklich ab – doch wäre das Stellungsspiel der 96-Abwehrreihe bei der Leipziger Flanke besser gewesen, hätte Sorg sich gar nicht in den Schussversuch von Demme schmeißen müssen.

Vor dem 1:2 steht Hannovers Abwehrkette sehr hoch aufgerückt. Wimmer spielt Asano den Ball zu wuchtig im dicht besetzten Zentrum zu, so dass ihn Asano nicht richtig unter Kontrolle bekommt und verliert. Anton sprintet neben Werner her, kann dessen Abschluss aber nicht blocken.

Vor dem 1:3 lässt sich Hannovers Defensive abermals von den Leipzigern überrumpeln: Sorg gewinnt an der Mittellinie scheinbar einen Zweikampf, doch der Ball landet bei Leipzig. Ein schneller Pass in den Rücken der 96-Abwehr, Anton verliert das Laufduell gegen Forsberg, Reingabe in die Mitte, Tor.

Füllkrug kritisch: „Wir haben den Gegner eingeladen“

Niclas Füllkrug trat nach dem Spiel trotzdem gut gelaunt vor die sky-Kamera. Der Stürmer von Hannover 96 beantwortete mit Witz und Charme die Fragen des Reporters. Auf das Ergebnis angesprochen, erlaubte er sich leise Kritik an seinen Hinterleuten. Zwar sanft verpackt und ohne erhobenen Zeigefinger, aber dennoch war Füllkrug mit der 96-Defensive nicht ganz zufrieden.

„Wir haben leider viel zu einfache Gegentore bekommen“, stellte Füllkrug fest. Mit Blick auf die Defensivarbeit des Teams sagte er: „Wir haben wirklich den Gegner teilweise eingeladen – obwohl wir wussten, wie konterstark sie sind! Und dementsprechend war das dann der Grund, wofür wir dann am Ende nicht belohnt wurden.“

Wink an die 96-Abwehr: „Cleverer hinten raus spielen“

Das Argument, dass Leipzig wegen höherer individueller Qualität gewonnen hat, wollte Füllkrug so nicht stehen lassen. Mit einem besseren Aufbauspiel von hinten heraus hätte Hannover 96 etwas Zählbares erreichen können, sagte Füllkrug. Vor allem ärgerte sich Füllkrug, dass Hannovers Defensivspieler beim Aufbauspiel den Ball in die Räume spielten, wo die Leipziger von vornerein darauf lauerten, den Ball abzujagen. „Natürlich hat RB Leipzig einen ganz anderen Etat. (…) Aber wenn wir das ein paar Mal hinten cleverer raus spielen und auch nicht gerade in den Raum spielen, wo RB drauf wartet, dann haben wir nicht nur die Chance für uns, sondern auch weniger Chancen für den Gegner.“

Fazit des Spieltags: Trotz einiger Wackler in der eigenen Defensive muss man als Fan dem Team von Hannover 96 zu dieser kämpferischen Leistung gratulieren. Danke Jungs, dieses Spiel hat Spaß gemacht! Auch ohne einen Punkt.

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