Nur noch Schwarz oder Weiß? Da fehlt doch Grün!

Eine Meinung zum Drama rund um den Verein

An ihm scheiden sich die Geister: 96-Klubchef Martin Kind. Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Gibt es nur noch schwarz oder weiß – pro Kind oder kontra? Das ist Tims Meinung zum Drama rund um Hannover 96. Schnell ist klar, so leicht ist ein Einteilung überhaupt nicht. Der Verein liegt vielen mit unterschiedlichsten Ausprägungen am Herzen.

An ihm scheiden sich die Geister: 96-Klubchef Martin Kind. Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images.

„Ich liebe diesen Verein“

Am Freitagabend gegen 21:00 Uhr habe ich von einem erneuten Stimmungsboykott der aktiven Fanszene und der Ultras erfahren. Für jeden, dem der Besuch eines Stadions etwas bedeutet, dürfte diese Nachricht so ziemlich die härteste dieses irren Monats sein. Die Leute die mich kennen wissen, dass ich nicht zu den Ultras gehöre. Jetzt könnte man denken, dass ich zu der „ProKind-Fraktion“, den „Kind-Jüngern“, oder den „Eventis“ gehöre. Doch nichts davon entspricht der Wahrheit. Ich liebe diesen Verein. Ich liebe ihn, mit allem was dazugehört. Mit Ups and Downs, mit Protesten, mit wilden Torjubelszenen, mit lustigen GIFs von Kitto und den Geschichten über Kopenhagen, Bochum, Sandhausen und Sevilla.

Unglückliche Vereinskommunikation

Im Grunde sind all diese Dinge Teil eines großen Puzzles, jenes in seiner Gänze, das höchste Maß an Emotionalität und Glanz, was diesen Verein ausmacht. Doch seit heute Abend fehlt ein Puzzlestück. Teile der Fanszene fühlen sich durch die Entscheidungen des Vorstands nicht mehr länger mit dem Verein verbunden. Das Kippen der 50+1-Regel ist für viele aus diesem Kreis ein rotes Tuch. Viele fühlen sich auf dem Weg, den der Verein einschlägt, nicht mitgenommen und abgeholt. Die Stimmung verschlechterte sich in den vergangenen Wochen exponentiell und führte durch die unglückliche Kommunikation des Vereins und den ganz bestimmten Stil der lokalen Medien zu einem Bruch innerhalb der Familie von Hannover 96.

„Es geht um 96“

Mir persönlich geht es in jeder Diskussion nicht darum für eine Einzelperson Partei zu ergreifen, oder einer Interessentengemeinschaft den Rücken zu stärken. Mir geht es immer ums große Ganze. Mir geht es um Hannover 96. Der Verein bleibt auch für mich noch ein Verein, selbst wenn durch die Kippung der 50+1-Regel der Verein völlig vom Profifußball gelöst wird. Das geschieht für mich nur auf dem Papier und führt nicht dazu, dass es nicht mehr mein Verein ist. Ich bin der Meinung, dass der Weg der Kapitalbeschaffung langfristig der richtige ist, um in der ersten Bundesliga Fuß zu fassen und die begehrten Plätze nicht aus den Augen zu verlieren. Der Fußballmarkt verändert sich und um konkurrenzfähig zu bleiben, bedarf es Veränderungen.

Ausschluss gewaltbereiter Minderheit

Dass diese Ausschreitungen beim Freundschaftsspiel nichts mit dem Thema rund um 50+1 zu tun haben, sollte allen bewusst sein. Den Versuch die Szenen in Burnley herunterzuspielen oder Argumente für diese imageschädigende Aktion zu suchen, finde ich aber genauso schlimm. Gewalt, Rassismus, und das Abbrennen von Pyrotechnik (in der jetzigen Form!) gehört nicht in ein Fußballstadion. Ich habe kein Verständnis dafür, dass jene die gegen eben diese Dinge verstoßen, von von der aktiven Fanszene nicht konsequent ausgeschlossen werden. Ein Ausschluss dieser gewaltbereiten Minderheit, wäre ein Zeichen für den Fußball, für eine gelebte/ geliebte Fankultur und all die Dinge die wir lieben. „Ohne Ultras, keine Stimmung“: Daran besteht kein Zweifel. Aber wer sind eigentlich diese Ultras? Fakt ist, dass Ultras keine Hooligans sind. Der Unterschied ist gigantisch. Bei Ultras steht der Supportgedanke an erster Stelle. Hooligans benutzen den Fußball um die „dritte Halbzeit“ mal so richtig ausleben zu können.

Niemals Allein

Ich verbinde mit Fußball und dem Besuch eines Stadions einfach gute Stimmung. Ich stehe (auch wenn das nicht jedem gefällt) 90 Minuten lang in N13. Der Support gehört für mich, wie die Wurst und das Bier am Courtyard mit den Jungs, dazu. Wir befinden uns erneut in einer Krise. Was ein Stimmungsboykott für die Mannschaft bedeutet, sollte uns allen nach der Saison 2014/15 bewusst sein. Es schadet der Mannschaft und nicht Martin Kind. Und nur, wenn wir anfangen von unseren eigenen Standpunkten abzurücken und etwas emphatischer in Diskussionen hineingehen, ist eine Lösung des Problems möglich. „Niemals Allein, wir gehen Hand in Hand“ gehört ebenso zu unserer Hymne wie: „in der größten Not, rudern wir gemeinsam im roten Fußballboot!“ Schwarz-Weiß-Grüne Grüße sendet Euch Euer Tim. Bis Bald!

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5 Kommentare

  1. Ich würde jetzt mal behaupten, dass das Vertrauen auf Mr. Burns als 'Weg der langfristigen Kapitalbeschaffung'  nicht das erfolgversprechendste Konzept ist.

    Als lfd. Nr. 211 in der Liste der reichsten Deutschen ist er mehr Zweitligamittelmaß und damit weder der große Transfererlöser noch der An-die-europäischen-Fleischtopf-Führer.

    Von daher ist kreativer Protest also durchaus angezeigt, damit auch jeder interessierte Anhänger im roten Fußballboot mitrudern / -bestimmen kann und nicht wenn der Steuermann irgendwann aussteigt, dann auf einmal alle Navigationsgeräte und Rudersitze plötzlich verschwunden sind – weisswasischmein ….crying    

     

  2. Was ein Stimmungsboykott für die Mannschaft bedeutet, sollte uns allen nach der Saison 2014/15 bewusst sein…nämlich das man auch in der Regionalliga gute Stimmung ohne Martin Kind und Eventisierung auf die Beine stellen kann wenn man wirklich gewillt wäre Stimmung zu machen.
    Aber Tim Block will keine Stimmung machen sondern nur daran teilhaben (genau wie an Kittos schlecht gemachten GIF's). Und genau da liegt das Problem. Warum sollte die aktive Fanszene Tim Block bespaßen? Damit sein Tag mit Courtyard und Bratwurst einen passenden Rahmen erhält? Auch ein Stimmungsboykott ist Teil des Großen und Ganzen aber das scheint der Schreiber nicht verstanden zu haben. Schlimm genug das er als begeisterter Anhänger erst Freitag von dem Boykott erfahren hat, mit diesem Schreiben und Aussagen wie ''Man schadet der Mannschaft und nicht Martin Kind'' springt man auch noch genau in die gleiche Bresche wie Madsack und BILD (obwohl man ja keiner Seite den Rücken stärken wollte). Im Resultat liest man hier also bloß einen Mann der abermals das niedergeschrieben hat was schon 1000mal abgedruckt wurde: Eine lange Wortkette ohne Mehrwert.

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