Danke André, viel Glück Thomas! Doch warum musste diese Trainerentlassung wieder menschlich unwürdig verlaufen?

Unwürdige Trennung von Breitenreiter - aber bitte keine "Kind muss weg"-Rufe beim Spiel

Thomas Doll soll Hannover 96 vor dem Abstieg retten. Foto: Getty Images

Geschichte wiederholt sich: Wie bei Daniel Stendel lief die Entlassung von André Breitenreiter alles anderes als stilvoll ab. Dennoch hat unser Kolumnist Frank Meyer Hoffnung auf den Klassenerhalt. Lest hier die neueste Ausgabe der Kolumne „Frank sieht rot“.

Eigentlich sind Trainerwechsel was ganz Normales. Die Mannschaft hat keinen Erfolg, man bleibt hinter den gesteckten Erwartungen zurück, man trennt sich. Ganz normal. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man vorher noch dem Trainer das Vertrauen ausspricht, in der Hoffnung, dass das nochmal ein Signal an die Mannschaft ist, den Trainer nicht fallen zu lassen. Schließlich deklariert man Spiel X zum Endspiel, um noch einmal Finalstimmung beim Team zu erzeugen.

So sieht es normalerweise was. Tja, und dann gibt’s Hannover 96. Hier lief in den letzten Jahre kaum ein Trainerwechsel normal ab.

Jeder kennt die Erfolge, die Breitenreiter mit der Mannschaft hatte. Da war der lange ersehnte Derbysieg, der Aufstieg in die erste Liga. Schließlich der Klassenerhalt, der entgegen den Erwartungen noch vor dem 34. Spieltag eingetütet werden konnte. Dann wollte man den nächsten Schritt machen, was auch logisch ist, man nahm viel Geld für hannoversche Verhältnisse in die Hand. Allerdings verlor man auch Qualität durch den Weggang von Sané, Harnik und Klaus. Trotzdem wollte man in eine Saison ohne Abstiegssorgen starten. Breitenreiter verlängerte seinen Vertrag bis 2021, was ich als gutes Signal empfand. Und ich dachte, endlich kommt Kontinuität rein! Alles schien zu passen. Breitenreiter, einer aus Hannover, hat hier erfolgreich gespielt und nun bleibt er länger. Man könnte was aufbauen. Das dachte ich und hoffte ich.

Nur nahm die Saison dann einen Verlauf, den ich in meiner ersten Kolumne als „Horrorszenario“ beschrieben habe. Es hagelte Niederlagen, teils verdient, teils unglücklich. Aber am Ende standen viel zu oft 0 Punkte. Es wurde langsam unruhig im hannoverschen Umfeld und bei den regionalen Medien. Es wurde ganz zaghaft der Trainer in Frage gestellt. Es folgten die üblichen Solidaritätsbekundungen seitens der Verantwortlichen. Dann war da noch Kinds interessantes Statement, das sich sinngemäß wie „wir gehen notfalls mit André in die 2. Liga“ anhörte.



Doch zur Winterpause stand man mit mickrigen 11 Punkten da. Nur an den nackten Zahlen gemessen wäre zur Winterpause ein Trainerwechsel vertretbar gewesen. Hätte vielleicht auch fast jeder verstanden, erst recht nach dem Gruselkick gegen Düsseldorf im eigenen Stadion. Die Vereinsführung stand jedoch weiter zum Trainer und ich hoffte, dass man die Saison zusammen zu Ende spielt.

Doch dann nahm das Schmierentheater seinen Lauf. Nach dem erschreckend schwachen Spiel gegen Bremen folgte unfaires Verhalten der Vereinsführung gegenüber Breitenreiter. Der Kicker meldete das „bevorstehende“ Aus von Breitenreiter, die Neue Presse sprang auf den Zug auf.

Doch seitens der Vereinsführung kam kein Dementi dieser Meldungen. Warum wurde hier so rumgeeiert? Anstatt die Sache sauber über die Bühne zu bringen – eine schnelle Trennung von Breitenreiter, Dabrowski als Übergangstrainer – gab man Breitenreiter noch das Spiel in Dortmund. Wohlwissend, dass es nur eine Klatsche geben kann. Als Breitenreiter sich in der Pressekonferenz öffentlich über das Verhalten von Kind und Heldt beschwerte, da war mir klar: Egal wie man in Dortmund spielt, das war‘s.

Leider hat mich Breitenreiters Entlassung sehr an die menschlich unfaire Entlassung von Daniel Stendel erinnert. Auch damals gab es ein langes Rumgeeiere – selbst wenn es die fachlich korrekte Entscheidung gewesen sein mag. Auch damals hat sich das Duo Kind und Heldt bei der Trainerentlassung nicht mit Ruhm bekleckert. Offensichtlich hat man aus dem damaligen stillosen Verhalten nichts geändert.

Immerhin, auch dieses Mal scheint wenigstens das Ergebnis zu stimmen (auch wenn der Weg dorthin menschlich unter aller Kanone für Breitenreiter war), denn Thomas Doll scheint mir eine bessere Wahl als die anderen Namen, die da durch die Medien geisterten. Das konnte man ja nur als eine „Liste der Lächerlichkeit“ bezeichnen – ist zumindest meine persönliche Meinung. Magath? Effenberg? Der nette Herr Slomka, der hier so viel verbrannte Erde hinterlassen hat? Puh, Glück gehabt, dass dieser Kelch an uns vorüber gegangen ist!



Thomas Doll war ein großer Spieler und rettete als Trainer den HSV vor dem Abstieg, führte ihn in die CL. Dann rettete er den BVB vor dem Abstieg. Als Trainer spricht nichts gegen ihn. Über den Menschen Thomas Doll mag ich mir noch kein abschließendes Urteil erlauben. Seine Einlassungen zu Thomas Müllers Frau bei Sky waren zumindest grenzwertig. Aber vielleicht war das auch nur ein einmaliger Ausrutscher – man sollte im Fußball-Business nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Wir werden Thomas Doll als Menschen ja in den nächsten Wochen bei Hannover 96 besser kennen lernen, da sollte man wegen eines misslungenen Auftritts nicht gleich den Stab über ihn brechen. Schau’n mer mal!

Jetzt kommt noch die prickelnde Frage: Wer bezahlt das denn nun alles, wenn doch angeblich die KGaA kein Geld hat? Für neue Spieler war ja schon kein Geld da – Heldt hat sogar zu Protokoll gegeben, dass die beiden Leihen von Müller und Akpoguma aus Kinds Privatkasse gezahlt wurden. Und nun die millionenschwere Trennung von Breitenreiter plus der neue Vertrag von Doll? Wurde es nun Kind und Rossmann per Darlehen finanziert? Denn geschenkt wird es ja nur sein, wenn Kind seinen Willen bekommt und 50+1 fällt. Ansonsten muss die KGaA das als Darlehen zur Verfügung gestellte Geld zurückzahlen… Aber das ist ein anderes Thema, warten wir erstmal die Entscheidung des Schiedsgerichts ab. Wir haben ja ohnehin genügend Probleme an der sportlichen Front.



Entschuldigt, wenn ich mal wieder jede Menge kritische Punkte eingeworfen habe – aber meine Kolumne heißt ja nicht umsonst „Frank sieht rot“. Um etwas Positives zum Abschluss zu sagen: Ich hoffe noch auf eine erfolgreiche Saison, weil es ja nur vier Punkte bis zum rettenden 15. Platz sind. Auf geht’s, Hannover, kämpfen und siegen! Und bitte keine „Kind muss weg“-Rufe, während unsere Mannschaft morgen um den Sieg kämpft. Das wäre auch unfair gegenüber dem neuen Trainer. Volle Konzentration aufs Spiel!

Rote Grüße, euer Frank

5 Kommentare

    • Das klingt ja danach, als hättest du eine Menge Rechtschreibfehler gefunden? Bei so einem frechen Kommentar erwarten wir jetzt schon, dass du mindestens drei Fehler benennst. Wir sind gespannt.

    • Wir warten immer noch auf deine Fehlermeldungen. Bevor du also wie vorhin unter neuen Texten kommentierst, klär uns bitte erstmal über die Rechtschreib- und Grammatikfehler in Franks Text auf.

  1. Ich finde den Artikel sehr gut geschrieben. Wie immer bei Franks Kolumne pointiert und auf den Punkt gebracht.

    Wo der Kollege @Red seine Fehler sieht, weiß ich auch nicht. Hat wohl gestern Nacht um 1:28 zu tiefs ins Glas geschaut oder ist einfach nur ein Nörgler aus Peine-Ost.

  2. Der Text von Frank hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn ich eine völlig andere Meinung zu Thomas Doll habe. Seine Erfolge liegen doch schon eine ganze Weile zurück. Ob er heute noch Bundesliga kann, naja warten wir es mal ab. Allerdings haben die Verantwortlichen sich für Doll entschieden, ergo bekommt er auch von mir die volle Unterstützung. Was mich nachdenklich gemacht hat, ist die sehr fragwürdige Einwechslung von Wood im Spiel gegen Hoffenheim. Gott sei Dank, haben wir den nur ausgeliehen. Ach, wenn ich schon mal dabei bin. Liebe Fan's der Roten. Wo seid ihr? Sich nur als 96ger zu zeigen wenn es läuft, bei Misserfolg aber schön den Rücken zu zeigen, ist mehr als Schwach. Genau jetzt, im Abstiegskampf, genau jetzt erwarte ich Euch im Stadion. Gerade einmal 33700 gegen Nürnberg, da erwarte ich am Sonntag, mindestens 10000 Zuschauer mehr. Außerdem ist es viel zu leise. Wir alle müssen lauter werden, damit jeder Gegner schon einen Köttel in der Hose hat, wenn er den Rasen Betritt.

    Schönen Abend noch

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