„Bayern-Dusel“, Glücksrituale und Co – Wie viel Glück steckt im Fußball?

In kaum einem Sport wird so viel gezittert, geschrien, gelacht und geweint wie im Fußball. Anzeige.

Kein Wunder also, dass sowohl Fans als auch Spieler sich mit allen möglichen Mittel eine Portion Glück sichern möchten. Wiederholte Glückwünsche durch Sprüche wie „Glück auf!“ oder kuriose Rituale sind für viele Fußballenthusiasten kaum wegzudenken. Auch der Aberglaube um den sogenannten „Bayern-Dusel“ kursiert schon seit beinahe 50 Jahren in der Fußballwelt und wird immer noch in Frage gestellt. Wir haben den Bayern-Mythos und die interessantesten Rituale der Fußballhelden für euch unter die Lupe genommen!

„Bayern-Dusel“ – Was ist das überhaupt?

Als Dusel bezeichnet man umgangssprachlich ein unverdientes Glück. Der Begriff „Bayern-Dusel“ entstand nach einigen knapp gewonnen Spielen des FC Bayern Münchens, in denen es schien, als stünde das Glück immer auf ihrer Seite. Der Begriff wurde in den 70 Jahren populär und wurde eher negativ von Fans anderer Mannschaften benutzt. Später wurde das Wort auch für andere Vereine angewandt. Natürlich kann es das Selbstbewusstsein und die Leistung der Spieler beeinflussen, wenn ihre Leistung nur auf Glück und Zufall geschoben wird. Ob das die Absicht des „Bayern-Dusels“ ist oder ob Bayerns Gegner einfach schlechte Verlierer sind, ist dabei Ansichtssache. Doch auch einige Studien befassten sich mit dem Fußball-Phänomen. Dabei wurde der sogenannte „Bayern-Bonus“ entdeckt, der bewies, dass der FC Bayern München bei Schiedsrichterentscheidungen statistisch viel häufiger bevorzugt wurde. Auch hier stellt sich erneut die Frage, ob dies einfach an den hervorragenden Leistungen der Spieler lag oder ob tatsächlich eine Bevorzugung oder ein Prise Glück mit im Spiel waren. Die Hannover-Fans sind hier ganz offen und ehrlich – sie stehen dazu, dass jedes Spiel sowohl hervorragendes Können als auch ein bisschen Glück braucht, um den Siegerpokal mit nach Hause nehmen zu können.

Die Glücksbringer am Feld

Viele Fußballer schwören darauf, dass ihre Ausrüstung ihnen Glück bringt und können nicht ohne ihre Lieblingsteile aufs Spielfeld ziehen. Mario Gomez verwendet zum Beispiel seit fast 20 Jahren dieselben Schienbeinschoner. Auch Bastian Schweinsteiger hat ist mit seinen Schienbeinschonern bereits seit seiner Juniorenzeit unterwegs. Andere Spieler schwören auf falsche Schuhgrößen. Der ehemalige österreichischer Torjäger Johann Ettmayer trug immer zwei Größen zu klein. Gerd Müller trug lieber Größe 41 statt seinen eigentlichen 38. Das lag aber nicht nur an einem Aberglauben, denn der ehemalige deutsche Spieler begründete, dass er sich damit besser drehen konnte. Auch die Spielernummern haben eine große Bedeutung für manche Fußballstars. Besonders die Nummer 13 hat den Deutschen große Erfolge gebracht. Gerd Müller wurde mit der Rückennummer 13 bei der WM 1970 Torschützenkönig. Nach ihm trug Thomas Müller die 13 und wurde in der WM in Südafrika auch Torschützenkönig. Ob es wohl an der Zahl oder am Nachnamen lag? Laut eines Artikels auf Betway stärkt das Vertrauen auf Glückszahlen unser Selbstbewusstsein und lässt uns mehr an uns und unsere Entscheidungen glauben. So könnte der Aberglaube also tatsächlich eine psychologische Wirkung haben.

Die charmanten Fußballrituale der Spieler

Neben der richtigen Ausrüstung schwören viele Spieler auch auf lustige Rituale vor dem Match. Der ehemalige englische Nationalspieler Gary Lineker schoss beim Aufwärmen nie auf das Tor, damit er seine Glückstreffer nicht schon im Vorhinein verballerte. Christiano Ronaldo betritt das Spielfeld dafür immer nur mit dem rechten Fuß zuerst. Er hat sich das Sprichwort „Mit dem linken Fuß aufgestanden“ wohl etwas zu sehr zu Herzen genommen. Zusätzlich muss der Portugiese vor jedem Spiel zum Friseur und tut das nicht nur, um cool auszusehen. In einem EM-Spiel gegen Deutschland wechselte Ronaldo sogar während der Halbzeit seine Frisur – scheinbar hatte ihm der Look nicht genug Glück gebracht. Der Spieler Kolo Touré betritt bei jedem Spiel als letzter Spieler seines Teams das Spielfeld. Er verpasste sogar einmal den Anpfiff, weil er zulange auf einen Ersatzspieler in der Kabine wartete. Der Franzose Laurent Blanc hat sich für die WM 1998 ein besonders süßes Ritual ausgedacht. Vor jedem Spiel küsste er die Glatze des Torwarts Fabien Barthez für gemeinsames Glück. Und es funktionierte! Frankreich gewann im WM-Finale gegen Brasilien und wurde Weltmeister. Eine besonders kuriose Angewohnheit: Der Mittelfeldstürmer Malvin Kamara musste vor jedem Match die Verfilmung von Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ansehen.

Der Aberglaube der Trainer

Auch Fußballtrainer haben einige interessante Fußballrituale zu bieten. England-Trainer Roy Hodgson trug bei jedem Spiel dieselbe Kleidung. Und das bezog sich nicht nur auf seinen Anzug, nein! Selbst Socken und Unterhose mussten dabei gleich sein. Der ehemalige Präsident des italienischen Klubs AC Pisa Romeo Anconetani streute für gute Spiele Salz auf den Fußballrasen. Je wichtiger das Spiel war, desto mehr Salz verwendete er. Bei einem Spiel gegen den Rivalen AC Cesena waren es ganze 26 Kilogramm. Der ehemalige Bayern-Trainer Carlo Ancelotti macht es sich zum Ritual direkt vor jedem Pflichtspiel zu schlafen. Besonders wichtig: Es müssen genau 100 Minuten sein, erzählt Eurosport. Trainer Carlos Bilardo verbat Diego Maradona während der WM fünf Wochen lang Hühnerfleisch zu essen, da dies Pech bringen sollte. Stattdessen durfte er Rindfleisch essen. Der Trainer borgte sich außerdem die Zahnpasta eines Spielers vor einem erfolgreichen Spiel aus und wiederholte dies bis zum Ende der WM. Es lohnte sich, denn Argentinien wurde Weltmeister.

Rüpelhafte Riten

Manche der Fußballeraberglauben sind leider nicht ganz so charmant. So pinkelte der ehemalige argentinischer Nationaltorwart Sergio Goycochea vor gegnerischen Elfmetern regelmäßig auf das Spielfeld. Engländer David James hatte auch ein interessantes Glücksritual – er spuckte vor jedem Spiel in der Toilette gegen die Wand. Für einen besonderen Skandal sorgte Paul Gascoigne. Er behauptete in einem Interview, das beste Stück seines Kollegen Les Ferdinand als Glücksbringer vor Spielen berührt zu haben. Les Ferdinand bestreitet dieses Gerücht aber vehement.

Wie wichtig Glück beim Fußball wirklich ist, liegt wohl im Auge des Betrachters. Trotzdem sollten wir das Talent unserer Lieblingsspieler und auch unserer Gegner nicht schmälern, denn eines steht fest: Ohne echtes Können wäre keiner dieser Spieler so weit gekommen!

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